{"id":973,"date":"2021-06-25T22:47:23","date_gmt":"2021-06-25T10:47:23","guid":{"rendered":"https:\/\/ver5me.de\/?p=973"},"modified":"2021-06-27T21:23:57","modified_gmt":"2021-06-27T09:23:57","slug":"tableland-circuit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ver5me.de\/index.php\/2021\/06\/25\/tableland-circuit\/","title":{"rendered":"Tableland Circuit"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap\">Nach einer Nacht im YHA Hostel in <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nelson_(Neuseeland)\" target=\"_blank\">Nelson<\/a> mache ich mich bei bestem Wetter auf den Weg zu meiner ersten Wanderung. Vor mir liegt der \u201eTableland Circuit\u201c, eine 3-t\u00e4gige Rundschleife im Gebiet <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Arthur_Range_(Neuseeland)\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201eWharepapa \/ Mount Arthur Range\u201c<\/a> gelegen im \u201eKahurangi National Park\u201c. Unterwegs passiere ich ein wunderbar, auf einem H\u00fcgel gelegenes Wohngebiet in Nelson, welches einen vorz\u00fcglichen Blick \u00fcber die K\u00fcste zul\u00e4sst. Es geht weiter in Richtung <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Motueka\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Motueka<\/a> und von da zum Parkplatz des Wandergebietes. Die letzten 10 km sind ein steiler, holpriger Schotterweg, welcher sicher so gar nicht f\u00fcr meinen gr\u00fcnen Panther geeignet ist. Laut Wanderf\u00fchrer \u201eLonely Planet\u201c ist dieser Rundgang nur wenig besucht, doch werde ich vor Ort eines besseres belehrt, denn es ist, trotz einem Wochentag, voll. Etwas entt\u00e4uscht muss ich an einen Freund denken, welcher mich schon vor vielen Jahren vor diesem Reisef\u00fchrer warnte. Ich beginne meine Utensilien zusammenzusuchen und packe in aller Ruhe meinen Rucksack. Mittendrin werde ich von \u201eentenartigen\u201c V\u00f6geln bel\u00e4stigt, die \u201eWeka\u201c genannt werden. Sie sind sehr neugierig und versuchen mir, auf der Suche nach Futter, meine Sachen zu stehlen. Anf\u00e4nglich nehme ich es gar nicht so ernst bis mir pl\u00f6tzlich eine Banane fehlt. Sp\u00e4ter muss ich feststellen, das auch Teile meiner Hygieneutensilien, welche sich in einem Beutel befanden, abhanden gekommen sind. Verwundert vermute ich hinter dem Diebstahl die Weka, bin mir aber nicht sicher. Best\u00e4tigt wird mein Verdacht schlie\u00dflich von eine Gruppe \u00e4lterer Damen, die gerade von einer Wanderung zur\u00fcckkommen und mich vor den diebischen V\u00f6geln warnen. Lustigerweise sprechen sie mich eigentlich wegen dem Peugeot an \ud83d\ude42 Diesen finden sie stylish und cool und berichten mir davon, fr\u00fcher das gleiche schnelle und wendige Modell besessen zu haben.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">H\u00fctten 1&#215;1<\/h5>\n\n\n\n<p>Nach einem schnellen Mittag beginne ich die erste Etappe der Tour. Ein gut ausgebauter Wanderweg f\u00fchrt mich durch einen Urwald aus kleinen und gro\u00dfen Farnen, Palmen und verschiedensten B\u00e4umen zur ersten H\u00fctte mit dem Namen \u201eMount Arthur Hut\u201c. Da ich einen ruhigen Wanderweg bevorzuge, bin ich sehr gl\u00fccklich niemandem begegnet zu sein. Trotz der vielen Fahrzeuge am Parkplatz verl\u00e4uft es sich dann doch etwas. Erst an der H\u00fctte treffe ich die erste Person, eine Wanderin namens Virginie aus Frankreich. Sie erz\u00e4hlt mir gerade ebenso Urlaub zu machen, aber eigentlich mit ihrem Freund in einer Maori-Community in <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Northland_(Neuseeland)\" target=\"_blank\">Northland<\/a> zu leben. Sie will sich daher dauerhaft in Neuseeland niederlassen. Von der H\u00fctte kann man in ungef\u00e4hr zwei Stunden den h\u00f6chsten Gipfel der Umgebung, den Mount Arthur (1795 m) erklimmen. Mir bleibt bis zum Sonnenuntergang noch genug Zeit und so mache ich mich ohne schweren Rucksack, aber mit Kamera und einer Wasserflasche auf den Weg. Virginie warnt mich noch vor einem weiterem diebischen Vogel, den \u201eKea\u201c. Dieser ist ein sehr beliebter Berg-Papagei, welcher sich in Alpenregionen aufh\u00e4lt und gleichfalls sehr neugierig und dabei ruin\u00f6s auftritt. Zerst\u00f6rte Zelte, entwendete Wanderschuhe oder besch\u00e4digte Wegweiser sind keine Seltenheit. Ich erreiche den Gipfel bei mittlerem Wind nach ca. 90 Minuten. Da es sich um den ersten Gipfel meiner Urlaubs-Tour handelt, ist mir zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht bewusst, dass es tats\u00e4chlich einer der H\u00f6chsten Gipfel seien wird, die ich auf meinen Wanderungen erklimme. Zufrieden kehre ich kurz vor Sonnenuntergang zur H\u00fctte zur\u00fcck. Dort treffe ich noch ein \u00e4lteres Ehepaar an, welche ebenfalls die Nach bei der H\u00fctte verbringen, allerdings in einem Zelt. Dies ist billiger, obwohl die Nacht in einer H\u00fctte hier nicht sehr teuer ist. Neuseeland besitzt eine wahnsinnig dichtes Netz von um die 900 Bergh\u00fctten. Die meisten in, f\u00fcr mein Empfinden nach, sehr gutem Zustand mit angemessener Ausstattung. Fast alle H\u00fctten haben neben einem Bett mit Matratze noch einen Ofen und eine Kochecke sowie einen Wassertank. Die Top-Modelle auf den sogenannten \u201eGreat Walks\u201c sind eher Lodges mit getrennten R\u00e4umen, Waschbecken und Gaskochern. Diese H\u00fctten werden im Sommer zudem von H\u00fcttenw\u00e4rter*innen betreut und kosten deutlich mehr. Ohne diese Annehmlichkeiten werden die H\u00fctten unterschieden zwischen Basish\u00fctten (base hut \/ 5 $) und gewarteten H\u00fctten (serviced hut \/15 $). Letztere werden regelm\u00e4\u00dfig gereinigt und mit Feuerholz und Klopapier versorgt. Die Luxush\u00fctten kosten zwischen 30 $ und 75 $ pro Nacht. In der Nebensaison im Winter kosten sie jedoch auch nur noch 15 $. Ich habe mir aufgrund der Vielzahl meiner geplanten Wanderungen einen H\u00fcttenpass zugelegt mit welchem ich alle Basish\u00fctten und gewarteten H\u00fctten nutzen kann, ohne jede separat zu bezahlen. Die Bezahlung erfolgt normalerweise Online oder man ersteht entsprechende Tickets in einer Touristen-Information und hinterl\u00e4sst die Tickets dann in einer Box in der H\u00fctte. \u00c4hnlich l\u00e4uft es f\u00fcr Zeltpl\u00e4tze, welche es ebenso entlang von Wanderwegen geben kann, meist in der N\u00e4he von H\u00fctten. Generell ist Zelten \u00fcberall erlaubt, jedoch mit mindestens 500 m Abstand zum Weg. Nur bei vielbesuchten Wanderwegen ist es mittlerweile nicht mehr erlaubt und es m\u00fcssen die zur Verf\u00fcgung gestellten H\u00fctten oder Zeltpl\u00e4tze benutzt werden. Die oben erw\u00e4hnten Great Walks sind besonders aufwendig aufbereitete Wanderwege, welche f\u00fcr m\u00f6glichst alle Menschen zug\u00e4nglich sein sollen. Sie sind meist sehr sicher und einfach zu bew\u00e4ltigen und kosten entsprechend mehr. Sie sind wie Autobahnen durch den Wald, verglichen mit anderen Wanderwegen. Allerdings sind, so finde ich, alle Wanderwege sehr gut gekennzeichnet und sicher. Je nach Wetter kann es rutschig und matschig sein oder es gibt umgefallene B\u00e4ume auf dem Weg, aber sich zu verlaufen ist schwer.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Marmite-Trag\u00f6die<\/h5>\n\n\n\n<p>Ich genie\u00dfe mein Abendbrot und lege mich ins Bett. Am Morgen unterhalte ich mich beim Fr\u00fchst\u00fcck mit dem Ehepaar, welche mir scherzhaft von dem gro\u00dfen Tal der Tr\u00e4nen berichten, welches die Menschen in Neuseeland nach dem gewaltigen <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Christchurch-Erdbeben_vom_Februar_2011\" target=\"_blank\">Erdbeben 2011<\/a> in der N\u00e4he von Christchurch durchlaufen mussten. Ein beliebter Brotaufstrich hier ist <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Marmite_(Lebensmittel)\" target=\"_blank\">Marmite<\/a>. Dabei handelt es sich um einen sehr salzigen, bitteren Hefe-Aufstrich. Nun liegt die Fabrik f\u00fcr dieses Produkt in Christchurch und wurde bei dem Erdbeben schwer besch\u00e4digt. Nachdem die Leute ihre Vorr\u00e4te aufgebraucht hatten, gab es kein Marmite mehr bis der Fabrik wiederer\u00f6ffnet wurde. Ein schwerer Schicksalsschlag. Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck breche ich auf. \u00dcber die \u201eGordons Pyramid\u201c (1489 m) geht es zu H\u00fctte \u201eSalisbury Lodge\u201c. Die Baumgrenze ist \u00fcberschritten und vor mir zeichnet sich eine h\u00fcgelige Gras- und Buschlandschaft ab. Der Aufstieg zur Pyramid ist steil und mit dem schwere Gep\u00e4ck schwei\u00dftreibend, aber oben angekommen bietet sich ein sehr sch\u00f6ner Ausblick. Danach geht es abw\u00e4rts bis ich ein kleines Waldst\u00fcck erreiche. Dieses passiert, komme ich zu einer offenen, grasbewachsenen Landschaft und sehe bereits die H\u00fctte in der Ferne. Nach ungef\u00e4hr f\u00fcnf Stunden erreiche ich am fr\u00fchen Nachmittag mein n\u00e4chstes Ziel. Vor Ort treffe ich zun\u00e4chst einen \u00e4lteren Herren mit welchem ich mich bei einem versp\u00e4teten Mittag unterhalte. Er wohnt in der N\u00e4he, hat ein paar Tage Urlaub, welche er zum Wandern nutzt und wird die Nacht auch in der H\u00fctte verbringen. Im Anschluss beschlie\u00dfe ich, das gute Wetter zu nutzen und mir noch etwas die Umgebung anzuschauen. Unterwegs komme ich zu einem Rock-Shelter \u00e4hnlich einer Boofe (also eine Felswand, die eine nat\u00fcrliche \u00dcberdachung bildet), wo ich einen Vater mit Sohn treffe. Beide wollen die Nacht hier verbringen. Doch leider gibt es Probleme mit der Versorgung. Sie wollen Wasser aus einem nahen Bach entnehmen, aber der Wasserfilter funktioniert nicht. Einen Kocher haben sie nicht mit und so beschlie\u00dfen sie, die Nacht ebenfalls in der H\u00fctte zu verbringen, wo es eine verl\u00e4sslichere Wasserquelle gibt. Wie sich sp\u00e4ter herausstellt, kommen beide urspr\u00fcnglich aus der Schweiz und sind zusammen mit dem Rest der Familie vor einigen Jahren nach Neuseeland gezogen. So sind wir am Abend vier Personen in der H\u00fctte. Nach dem Abendbrot und einem sch\u00f6nen Sonnenuntergang lege ich mich m\u00fcde in den Schlafsack. Am n\u00e4chsten Morgen ziehe ich bei erneut wunderbarem Wetter weiter. Die Strecke verl\u00e4uft weitestgehend unspektakul\u00e4r. Nach der offenen Landschaft bei der H\u00fctte geht es zur\u00fcck in den Wald. Die V\u00f6gel singen und ich folge in Gedanken versunken dem Weg. Nach einer Fluss\u00fcberquerung \u00fcber eine H\u00e4ngebr\u00fccke komme ich unterwegs noch an zwei weiteren sch\u00f6nen Biwak-Stellen vorbei und erreiche schlie\u00dflich zum Nachmittag zun\u00e4chst die \u201eFlora-Hut\u201c und kurze Zeit sp\u00e4ter den Parkplatz. Damit ist meine erste Wanderung beendet und ich fahre nach <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Westport_(Neuseeland)\" target=\"_blank\">Westport<\/a>, um dort meine Vorr\u00e4te aufzustocken. Da die Wettervorhersage f\u00fcr die folgenden zwei Tage noch sehr optimistisch ist, fahre ich anschlie\u00dfend weiter nach <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Paparoa-Nationalpark\" target=\"_blank\">Punakaiki<\/a>, um dort am n\u00e4chsten Morgen meine zweite Wanderung zu beginnen.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Zusammenfassung Tableland Circuit<\/h5>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><\/td><td>Datum<\/td><td>Tag 1<\/td><td>Tag 2<\/td><td>Tag 3<\/td><\/tr><tr><td><\/td><td>Streckenl\u00e4nge<\/td><td>13,9 km<\/td><td>19,7 km<\/td><td>13,5 km<\/td><\/tr><tr><td><\/td><td>Trackzeit (in Bewegung)<\/td><td>3:43 h<\/td><td>5:26 h<\/td><td>3:10 h<\/td><\/tr><tr><td><\/td><td>H\u00f6henmeter<\/td><td>956 m (Bergauf) \/ 622 m (Bergab)<\/td><td>Fehler Aufzeichnung<\/td><td>434 m (Bergauf) \/ 606 m (Bergab)<\/td><\/tr><tr><td><\/td><td>H\u00f6chster Punkt<\/td><td>1795 m<\/td><td><\/td><td><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-jetpack-slideshow aligncenter\" data-autoplay=\"true\" data-delay=\"5\" data-effect=\"slide\"><div class=\"wp-block-jetpack-slideshow_container swiper-container\"><ul class=\"wp-block-jetpack-slideshow_swiper-wrapper swiper-wrapper\"><li class=\"wp-block-jetpack-slideshow_slide swiper-slide\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" alt=\"View Mount Arthur\" class=\"wp-block-jetpack-slideshow_image wp-image-966\" data-id=\"966\" src=\"https:\/\/ver5me.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/DSC2287-1024x683.jpg\" srcset=\"https:\/\/ver5me.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/DSC2287-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/ver5me.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/DSC2287-300x200.jpg 300w, https:\/\/ver5me.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/DSC2287-768x512.jpg 768w, https:\/\/ver5me.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/DSC2287-1536x1024.jpg 1536w, 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class=\"wp-block-jetpack-slideshow_pagination swiper-pagination swiper-pagination-white\"><\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"856\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/ver5me.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/tablelandcircuit_1-e1624617710652-856x1024.jpg\" alt=\"Track data: Tableland Circuit day 1\" class=\"wp-image-971\" srcset=\"https:\/\/ver5me.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/tablelandcircuit_1-e1624617710652-856x1024.jpg 856w, https:\/\/ver5me.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/tablelandcircuit_1-e1624617710652-251x300.jpg 251w, https:\/\/ver5me.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/tablelandcircuit_1-e1624617710652-768x918.jpg 768w, https:\/\/ver5me.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/tablelandcircuit_1-e1624617710652-1284x1536.jpg 1284w, https:\/\/ver5me.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/tablelandcircuit_1-e1624617710652-1240x1483.jpg 1240w, 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Vor mir liegt der \u201eTableland Circuit\u201c, eine 3-t\u00e4gige Rundschleife im Gebiet \u201eWharepapa \/ Mount Arthur Range\u201c gelegen im \u201eKahurangi National Park\u201c. 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