{"id":1141,"date":"2021-08-19T23:43:52","date_gmt":"2021-08-19T11:43:52","guid":{"rendered":"https:\/\/ver5me.de\/?p=1141"},"modified":"2021-09-10T16:20:25","modified_gmt":"2021-09-10T04:20:25","slug":"gillespie-pass-track","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ver5me.de\/index.php\/2021\/08\/19\/gillespie-pass-track\/","title":{"rendered":"Gillespie Pass Track"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap\">Ich komme am Nachmittag in <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wanaka\" target=\"_blank\">Wanaka<\/a> an. Dieses St\u00e4dtchen wurde mir, genauso wie <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Queenstown_(Neuseeland)\" target=\"_blank\">Queenstown<\/a>, als ein \u201emust see\u201c von anderen Reisenden empfohlen. Es liegt nett am Lake Wanaka umgeben von Bergen, doch es wirkt auf mich wie eine gro\u00dfe Baustelle. Es gibt zahlreiche Stra\u00dfensperrungen, da viele neue Geb\u00e4ude, meist als \u201eLuxusappartements\u201c beworben, errichtet werden. Es tummeln sich augenscheinlich viele Touristen in der Stadt und insgesamt wirkt der Ort als ein Magnet f\u00fcr Reich und Sch\u00f6n, f\u00fcr Menschen, die es sich leisten k\u00f6nnen hier zu leben, aber nicht f\u00fcr solche ohne gutes Anlageverm\u00f6gen. So m\u00f6chte ich schnell zu meinem n\u00e4chsten Abenteuer weiterziehen. Einzig das \u201ePatagonia\u201c-Cafe ist spitze und ich g\u00f6nne mir Kuchen und Eis \ud83d\ude42<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einer Nacht im YHA Hostel fahre ich fr\u00fch am Morgen zu meiner wohl anspruchsvollsten Tour. Ich m\u00f6chte einen dreit\u00e4gigen Rundgang mit \u00dcberquerung des \u201eGillespie Pass\u201c bew\u00e4ltigen plus einem zus\u00e4tzlichen Tag, um einem Bergsee mit dem Namen Crucible Lake einen Besuch abzustatten. Die H\u00fcrde liegt in der L\u00e4nge jeder einzelnen Tagesetappe und der Durchquerung des relativ gro\u00dfen Makarora River im Dorf <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Makarora_(Neuseeland)\" target=\"_blank\">Makarora<\/a>. Laut Wanderf\u00fchrer sollte hier besonders auf den Wasserstand geachtet werden. Alternativ kann ein Wassertaxi gebucht werden, aber das ist mir zu teuer. Vielversprechend breche ich auf, denn es war trocken in den letzten Tagen und der Fluss sollte kein Hochwasser f\u00fchren. Ich komme in Makarora an und muss mich nun entscheiden, wo ich meine Tour beginne. Geplant und entsprechend die H\u00fctten gebucht habe ich meine Strecke im Uhrzeigersinn, doch irgendwie kann ich an dieser Stelle (privates Farmland) keinen geeigneten Parkplatz finden. So fahre ich die 7 km in das Dorf und schaue mich dort um. Ich finde einen Stellplatz und frage ein paar andere Wanderer nach Tipps. Sie k\u00f6nnen mir nicht wirklich weiterhelfen, bis auf den Hinweis, dass der Fluss an der Stelle, wo ich bereits vergeblich einen Parkplatz suchte, sehr schwierig zu durchqueren sei. Zumindest als sie vor einigen Jahren hier schon einmal gewandert sind. So werde ich nerv\u00f6s und beschlie\u00dfe meine Runde entgegen dem Uhrzeigersinn zu laufen, gebe meine H\u00fcttenreservierungen auf und verlasse mich auf geeignete Zeltpl\u00e4tze, welche nicht gebucht werden m\u00fcssen. Einen finanziellen Verlust gibt es nicht, da die H\u00fctten nur \u201eserviced huts\u201c sind und demnach von meinem H\u00fcttenpass abgedeckt sind. Ich verliere lediglich den Anspruch auf einen Schlafplatz in der H\u00fctte, da meine Buchungen nun nicht mehr mit dem Datum der Ankunft korrelieren. Sollten die H\u00fctten aber nicht ganz ausgebucht sein, und das erwarte ich, da der Weg anspruchsvoll ist (und folglich nicht so stark frequentiert sein sollte), so kann ich mir doch noch einen Platz ergattern. Nun stehe ich vor der Entscheidung mein Auto im Dorf zu lassen und die 5 km zum Startpunkt zu laufen oder ich fahre direkt hin und muss dann am letzten Tag die 12 km vom Endpunkt durch das Dorf bis zum Auto zur\u00fcckzulaufen. Ich entscheide mich f\u00fcr letzteres, da es nun doch schon sp\u00e4t geworden ist und ein langer Tag bevorsteht. Vielleicht versuche ich es am letzten Tag dann wieder mal per Anhalter \ud83d\ude42 Ein weiterer Vorteil meiner Wahl bietet eine zus\u00e4tzliche Option. Sollte der Fluss an meiner nun geplanten Stelle nicht zu queren sein, so kann ich nochmals 8 km weiter gen Norden fahren, wo es eine Br\u00fccke gibt (Blue Pools Carpark). Dort beginnt der Young River Track, welchen ich  ebenfalls nutze, zum Nachteil, dass sich mein Weg am letzten Tag nochmals um diese Kilometer verl\u00e4ngern w\u00fcrde. Ich glaube bereits diese Planungsdetails lassen deutlich werden, warum ich diese Tour als den Endgegner mein gro\u00dfen Wanderrundreise ansehe \ud83d\ude42<\/p>\n\n\n\n<p>Am Parkplatz angelangt schnappe ich meine Sachen und ziehe los. Der Fluss liegt mit seiner Gr\u00f6\u00dfe wirklich in einer anderen Kategorie verglichen mit meinen bisherigen Flussquerungen. Ich suche mir flussaufw\u00e4rts eine nach meinem Empfinden geeignete Stelle, lasse meinen Rucksack am Flussufer zur\u00fcck und teste die Tiefe. In Flussmitte steht mir das Wasser bis zur Brust und ich verliere den Halt. Hmm, dann weitersuchen. Auch zwei andere Stellen bestehen meinen Test nicht. 30 min sp\u00e4ter bin ich nass, es wird kalt und ich bin keinen Schritt weiter. Einige Flussv\u00f6gel bestaunen mein Treiben mit diebischer Freude und lachen feist. Ich beschlie\u00dfe den R\u00fcckzug und ziehe meinen Br\u00fccken-Joker. Auf dem R\u00fcckweg zum Auto kommt die Sturheit zum Vorschein und ich laufe trotz K\u00e4lte doch noch ein St\u00fcck weiter flussabw\u00e4rts. Ich versuche es ein letztes Mal und erwische eine g\u00fcnstige Stelle. Das Wasser steht nur bis zur H\u00fcfte, aber daf\u00fcr ist die Str\u00f6mung etwas st\u00e4rker. Mit Wut im Bauch schwimme ich zur Not bis zur anderen Seite, aber das ist nicht notwendig. Nach zwei unsicheren Tritten habe ich wieder merklich festeren Boden unter den F\u00fcssen. Der Jubel ist nur von kurzer Dauer, denn dies war nur mein Test. Nun alles nochmal, nur mit Rucksack. Die wichtigsten Sachen sind zwar in Trockens\u00e4cken verpackt, trotzdem beschlie\u00dfe ich mir den Rucksack nur auf die Schulter zu legen. So kann ich ihn im Fall eines Sturzes als Flo\u00df benutzen und mich schwimmend zur anderen Seite retten (bilde ich mir zumindest ein \ud83d\ude42 ). Auf dem R\u00fcckweg zu meinem Rucksack verliere ich die Orientierung im Wasser, verliere etwas den Halt an einer tieferen Stelle und werde in Richtung eines gro\u00dfen Felsens gedr\u00e4ngt, welcher aus dem Wasser ragt. Es geht gut und ich k\u00e4mpfe mich zum anderen Ufer. Hier packe ich nun zornig meinen Rucksack und laufe, vielleicht ein wenig zu \u00fcbergeschnappt, jedoch mit dickem Hals (und es ist gerade erst Dienstag \ud83d\ude09 ), zur anderen Flussseite. Einfach Augen zu und durch. Es gelingt und ich wechsle nun schnell meine nassen Kleider gegen trockene aus im guten Glauben diese schwierige H\u00fcrde nun gemeistert zu haben. Aber Pech gehabt ! Der Fluss hat noch weitere kleine Arme, die sich sicherlich im Winter oder Fr\u00fchjahr zu einem megagro\u00dfen Fluss vereinen. Zudem liegt der Ausgangspunkt meiner Route an einer Flussm\u00fcndung und ich muss noch den hereinkommenden Young River durchqueren. Die Nerven liegen blank, doch ich gewinne schnell die Ruhe zur\u00fcck. Die Fl\u00fcsse sind deutlich einfacher zu bew\u00e4ltigen und nach einer weiteren Stunde habe ich es geschafft. <\/p>\n\n\n\n<p>Es ist nun zwar schon Mittag und ich bin sehr sp\u00e4t dran, aber auch erleichtert. Es wird nun merklich w\u00e4rmer und ich genie\u00dfe den Weg durch den k\u00fchlen Urwald. Eigentlich niemanden erwartend bin ich dann etwas erschrocken, als ich auf eine Wanderin aus Japan treffe. Nach einer kurzen Begr\u00fc\u00dfung ziehe ich weiter, halte aber kurze Zeit sp\u00e4ter hinter der Br\u00fccke \u00fcber den Young River an einem ausgewiesenem Rastplatz f\u00fcr eine sp\u00e4te Mittagspause. Es ist wunderbar sonnig und ich d\u00f6se vor mich hin bis mich die ber\u00fcchtigten <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sandm%C3%BCcken\" target=\"_blank\">Sandflies<\/a> an den Aufbruch erinnern. Nach einiger Zeit treffe ich auf eine gr\u00f6\u00dfere Wandergruppe (die ich von hier an DF nennen m\u00f6chte), welche gerade mitten auf dem Weg eine Rast einlegt. Auch hier gr\u00fc\u00dfe ich kurz und ziehe weiter, werde allerdings bei meiner n\u00e4chsten Fotopause von der Gruppe eingeholt. Danach trotte ich hinter dieser her, da sie ziemlich langsam ist, um sie bei geeigneter Gelegenheit zu \u00fcberholen. Dies setzt sich fort und ich bin genervt davon. Ich spare mir die Fotopause und ziehe durch, um Abstand zu gewinnen, da die Gruppe zudem sehr laut ist. Gegen 17 Uhr erreiche ich die H\u00fctte, wo ich die japanische Wanderin Miyu wieder treffe. Ich nehme mein Handtuch, um mich im nahegelegenen Fluss zu waschen. Bei meiner R\u00fcckkehr zur H\u00fctte sind neben DF nur noch drei weitere Personen anwesend, sodass gen\u00fcgend Schlafpl\u00e4tze \u00fcbrig sind und ich in der H\u00fctte n\u00e4chtigen kann. Drau\u00dfen gibt es zwar einen Zeltplatz, aber dieser wurde erneut als Landeplatz f\u00fcr Hubschrauber umfunktioniert. Ich nehme mein Abendbrot zu mir, wobei mir DF immer mehr auf die Ketten gehen. Zun\u00e4chst blockieren sie den Kochbereich der H\u00fctte, indem sie dastehen und quatschen, anstatt zu kochen. Kurz darauf gehe ich sofort ins Bett, da der Tag doch sehr anstrengend war. Leider komme ich nicht zur Ruhe, da die Mitglieder scheinbar noch nie etwas von Nachtruhe und Respekt gegen\u00fcber anderen Wanderern geh\u00f6rt haben. Der Schlafbereich ist r\u00e4umlich vom Gemeinschaftsbereich getrennt, jedoch kommen im Minutentakt Menschen in den Raum gest\u00fcrmt, um etwas in ihrem Rucksack zu suchen. Danach verlassen sie den Raum mit einer krachend ins Schloss fallenden T\u00fcr, obwohl diese eine Klinke hat !<\/p>\n\n\n\n<p>Ich schlafe sp\u00e4t ein und werde durch die gleichen Menschen am fr\u00fchen Morgen wieder geweckt. Schlecht gelaunt stehe ich auf und teste zuerst die T\u00fcr. Vielleicht beschuldige ich die Leute zu unrecht, aber ich kann die T\u00fcren tats\u00e4chlich super leise schlie\u00dfen. Wohl wissend, dass ich die Gruppe die folgenden Tag am Hals habe, beschlie\u00dfe ich den Abstand so gro\u00df wie m\u00f6glich zu halten. Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck ziehe ich los. Heute steht die Pass\u00fcberquerung bevor. Miyu ist bereits sehr fr\u00fch gestartet, da der Tag sehr lang und anstrengend werden wird. Am Abend zuvor erz\u00e4hlte sie mir zwar, bereits sehr viele Wanderungen gemacht zu haben, allerdings wirkt sie auf mich irgendwie unsicher. In der Nach hat es geregnet und folglich ist der Weg nass und matschig, zudem ist es bedeckt, neblig und kalt. Allerdings empfinde ich die Farben der Natur umso kr\u00e4ftiger unter diesen Bedingungen (fotografisch sicher total falsch) und so schie\u00dfe ich viele Fotos und komme aus dem Staunen nicht mehr heraus. Erst der Einstieg zum Pass rei\u00dft mich aus meinen Tr\u00e4umen. Zuvor \u00fcberhole ich meine Lieblingsgruppe, welche vor dem Aufstieg eine erste Rast einlegt. \u00c4hnlich wie am Avalanche Peak geht es nun einen im Nebel geh\u00fcllten, kleinen Pfad ungef\u00e4hr 600 m steil nach oben. Wieder dampfe ich einer Lok gleich hinauf ohne anzuhalten, da der Nebel ohnehin jeden Ausblick verwehrt. Am Gipfel hole ich Miyu ein und unterhalte mich kurz mit ihr. Wir stehen vor der Entscheidung hier in der K\u00e4lte zu warten bis es m\u00f6glicherweise aufrei\u00dft oder uns ohne eine sch\u00f6nen Blick auf den Abstieg zu begeben. Wir entscheiden uns f\u00fcr letzteres und ziehe los. Miyu bekommt jedoch Angst, da sie durch den Nebel den Weg nicht einsehen kann. Sie schreit sofort nach Hilfe. W\u00e4hrend ich irritiert nach einer passenden Antwort suche, um sie zu beruhigen, h\u00f6ren wir eine Stimme im Nebel. Ein Wanderin kommt uns von der anderen Seite entgegen, wodurch Miyu den Weg erahnen kann und sich wieder beruhigt. Wie laufen ein St\u00fcck gemeinsam hinab doch trennen uns schlie\u00dflich, da sie eine Pause einlegt. Nach zwei Stunden und zahlreichen Begegnungen mit anderen Wanderern (so viel zum Thema ruhiger Wanderweg) komme ich im Tal an. Genau in diesem Moment hat sich die Sonne erfolgreich durch den Nebel gebrannt und der Himmel erstrahlt im wunderbarsten Blau. Ver\u00e4rgert \u00fcber meine Voreiligkeit folge ich ein wenig missmutig dem Weg entlang durch ein wundervoll mit halbhohem Gras bedecktes Tal. Der Gillespie Stream verl\u00e4uft parallel und ich lege in der N\u00e4he eine Rast ein, g\u00f6nne mir eine Schnitte und ein Nickerchen. Am sp\u00e4ten Nachmittag erreiche ich schlie\u00dflich die \u201eSiberia Hut\u201c, welche idyllisch in der Sonne steht. Es ist gen\u00fcgend Platz zum Zelten vorhanden und so freue ich mich riesig, dass mir eine weitere laute Nacht mit DF erspart bleibt. Ich trockne meine Sachen in der Sonne, bevor diese am fr\u00fchen Abend hinter dem Mount Alba (2360 m) verschwindet und die H\u00fctte im Schatten zur\u00fcckl\u00e4sst. Danach gehe ich mich im Siberia Stream erfrischen, baue mein Zelt auf und unterhalte mich mit ein paar \u00e4lteren Herren. Sie erz\u00e4hlen mir mit dem Hubschrauber eingeflogen zu sein, da der Pass zu anstrengend f\u00fcr sie sei. Sie wollen jedoch den Weg von der H\u00fctte bis zur Anlegestelle f\u00fcr das Wassertaxi zu Fu\u00df zur\u00fccklegen. Beim Abendbrot spreche ich noch ein wenig mit Miyu. Sie ist ebenfalls eine Backpackerin, hat aber Sportmanagement studiert und m\u00f6chte gern l\u00e4nger in Neuseeland bleiben, um hier als Personal Coach Fu\u00df zu fassen. DF schmieren mir meine heutige Fehlentscheidung nochmal richtig fett auf das Brot und erz\u00e4hlen mir, wie gut die Aussicht vom Pass war und dass es sich gelohnt hat zu warten. Die Nach ist klar und nach ein wenig \u201eSterne gucken\u201c lege ich mich wieder fr\u00fch ins Bett.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein Ziel f\u00fcr den dritten Tag ist der Crucible Lake. Er ist nur drei Stunden von der H\u00fctte entfernt und so schlafe ich aus. Ein erster Blick aus dem Zelt verr\u00e4t hervorragendes Wetter und so reift ein Gedanke in mir. K\u00f6nnte ich nicht erst erneut auf den Pass wandern und auf dem R\u00fcckweg dem See einen Besuch abstatten ? So ganz ohne schweres Gep\u00e4ck sollte es doch machbar sein ? Zur Not lasse ich den See weg und genie\u00dfe nur den Ausblick vom Gillespie Pass. Nicht lange dar\u00fcber nachgedacht, nehme ich fix mein Fr\u00fchst\u00fcck ein, verabschiede mich von Miyu, welche den See ausl\u00e4sst und ihren letzten Wandertag angeht, um am Ende mit dem Wassertaxi zur\u00fcck nach Makarora zu fahren und ziehe mit meiner \u201ekleinen Ausr\u00fcstung\u201c los. Diesmal ganz riskant, nehme ich neben einer Flasche Wasser nur eine Banane als Wegzehrung mit (ganz in Gedenken an die Anekdote vom <a href=\"https:\/\/ver5me.de\/index.php\/2019\/04\/14\/tasmanien-two-hunters\/\">Frenchmans Cap<\/a> auf Tasmanien). Ich komme gut voran, renne mal mehr mal weniger schnell den Pass hinauf und erreiche ihn nach ca. 2 h. Das Wetter ist perfekt, nur etwas windig. Ich schie\u00dfe einige Bilder und rede kurz mit einer jungen Frau aus Tschechien, welche ebenso den Blick \u00fcber die Landschaft schweifen l\u00e4sst. Sie berichtet mir vom Crucible Lake und empfiehlt mir, diesen unbedingt zu besuchen. Von den Worten angetrieben verabschiede ich mich eilig und renne den Berg wieder hinab. Nach nur einer Stunde bin an der Weggabelung, welche zum See f\u00fchrt. Die Zeit ist weit vorangeschritten, jedoch beschlie\u00dfe ich den Versuch zu wagen und mache mich auf den Weg. Unterwegs muss ich feststellen, dass auch der See auf einem Plateau liegt und auf dem Weg einige H\u00f6henmeter zu bew\u00e4ltigen sind. Ich laufe z\u00fcgig die schmalen, durch Baumwurzeln gebildeten, Treppchen hinauf. DF kommen mir auf ihrem R\u00fcckweg entgegen und fragen mich verdutzt, warum ich erst jetzt zum See laufe. Ich antworte nichtssagend und ziehe weiter, muss der Anstrengung dann aber doch Tribut zollen. Ich laufe in einen Hungerast hinein und g\u00f6nne mir meinen einzigen Proviant des Tages, die Banane. Wieder etwas bei Kr\u00e4ften erreiche ich gegen 16:30 Uhr den See, gerade als die Sonne hinter den Bergen verschwindet und Lake Crucible im Schatten zur\u00fcckl\u00e4sst. Verschwitzt und M\u00fcde entledige ich mich meiner Sachen und springe in den eiskalten See. Was f\u00fcr eine Entspannung ! Ich schwimme f\u00fcr eine Minute und setzte mich danach auf einen Fels, der aus dem Wasser ragt. F\u00fcr eine Viertelstunde ist stille. Dann trete ich den R\u00fcckweg an. Der kurze Aufenthalt hat gen\u00fcgt und f\u00fchle mich wieder topfit. Nach einem zweist\u00fcndigen Marsch erreiche ich die H\u00fctte, esse schnell Abendbrot und lege mich kaputt aber zufrieden ins Bett.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Morgen beginnt mit dem Sonnenaufgang. Ein weiterer langer und spannender Tag liegt vor mir. Schlie\u00dflich muss ich den Makarora River erneut durchqueren. Gegen 8 Uhr wandere ich los. Der Weg verl\u00e4uft anf\u00e4nglich gut erkennbar durch den Wald und ich habe Spa\u00df mit all den Fantails, Robin Birds oder Bellbirds. Sp\u00e4ter wird die Strecke etwas anstrengender, da nicht mehr so gut erkennbar. Es gab Erdrutsche und der Weg muss an manchen Stellen gesucht werden. Danach folge ich dem Wilkin River entlang eines Feldweges, vorbei an K\u00fchen und Z\u00e4unen bis ich den gro\u00dfen Makarora River vorfinde. Auf das schlimmste gefasst starte ich einen ersten Versuch, der sofort gelingt. Der Fluss ist hier nur Kn\u00f6chelhoch und leicht zu durchlaufen. Auf der anderen Seite sehe ich einige geparkte Autos, die mehr oder weniger mitten im Flussbett stehen. Kein Wunder, dass ich am ersten Tag keinen Parkplatz vorfand. Scheinbar parkt man direkt am Fluss und zieht los. Ich laufe am Ufer entlang in Richtung Makarora Village. Es wird windiger und der Fluss nimmt an Tiefe zu. Im Dorf stehe ich vor der Wahl am Highway auf einen Anhalter zu warten oder einfach den Fluss weiter zu folgen. Ich entscheide mich f\u00fcr letzteres, da ich gut in der Zeit liege. Gegen 15:00 Uhr komme ich am Parkplatz an. M\u00fcde packe ich meine Sachen zusammen und fahre ins Dorf, um im lokalen Cafe einen Kaffee zu trinken. Dort treffe ich einen Wanderer, welchen ich bereits am Abend zuvor kurz in der H\u00fctte getroffen habe. Er kommt gerade vom Fluss und hat sich Blasen gelaufen. Sein Auto steht am &#8220;Blue Pool Carpark&#8221;, dem Parkplatz, welchen ich am ersten Tag meiner Wanderung im \u201eWorst Case\u201c aufsuchen wollte, da dort eine Br\u00fccke \u00fcber den Makarora River f\u00fchrt. Er versucht nun einen Anhalter zu finden, welcher ihn zum Parkplatz mitnimmt. Ich biete ihm eine Fahrt an und so geht es wieder zur\u00fcck. Auf dem R\u00fcckweg vom Parkplatz zum Dorf treffe ich die tschechische Wanderin vom Vortag wieder. Sie sparte sich die Flussquerung, nutzte ebenfalls die Br\u00fccke und ist nun auf dem Weg zum Dorf. Sie vertraut eigentlich nicht auf Anhalter, aber da sie mich erkennt springt sie kurzerhand in den gr\u00fcnen Panther und ich setzte sie an ihrem Auto ab. Danach g\u00f6nne ich mir endlich meinen Kaffee und ein St\u00fcck Kuchen \ud83d\ude42 Im Anschluss fahre ich nach Wanaka und zelte auf dem Campingplatz am Lake Hawea.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-jetpack-slideshow aligncenter\" data-effect=\"slide\"><div class=\"wp-block-jetpack-slideshow_container swiper-container\"><ul class=\"wp-block-jetpack-slideshow_swiper-wrapper swiper-wrapper\"><li class=\"wp-block-jetpack-slideshow_slide swiper-slide\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" alt=\"Bee along the Gillespie Pass Track\" class=\"wp-block-jetpack-slideshow_image wp-image-1089\" data-id=\"1089\" src=\"https:\/\/ver5me.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/DSC2777-1024x683.jpg\" srcset=\"https:\/\/ver5me.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/DSC2777-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/ver5me.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/DSC2777-300x200.jpg 300w, https:\/\/ver5me.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/DSC2777-768x512.jpg 768w, 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class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"855\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/ver5me.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/210818_174800_915-e1629361505154-855x1024.jpg\" alt=\"Map Gillespie Pass Track day 1\" class=\"wp-image-1139\" srcset=\"https:\/\/ver5me.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/210818_174800_915-e1629361505154-855x1024.jpg 855w, https:\/\/ver5me.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/210818_174800_915-e1629361505154-250x300.jpg 250w, https:\/\/ver5me.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/210818_174800_915-e1629361505154-768x920.jpg 768w, https:\/\/ver5me.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/210818_174800_915-e1629361505154-508x609.jpg 508w, https:\/\/ver5me.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/210818_174800_915-e1629361505154.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 855px) 100vw, 855px\" \/><figcaption>Gillespie Pass Track: Tag 1<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure 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Dieses St\u00e4dtchen wurde mir, genauso wie Queenstown, als ein \u201emust see\u201c von anderen Reisenden empfohlen. Es liegt nett am Lake Wanaka umgeben von Bergen, doch es wirkt auf mich wie eine gro\u00dfe Baustelle. Es gibt zahlreiche Stra\u00dfensperrungen, da viele neue Geb\u00e4ude, meist als \u201eLuxusappartements\u201c beworben, errichtet werden. 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