As I dropped out one morning...

Mr. P. is occupying Oceania

Aoraki / Mount Cook

Ich erreiche das Mount Cook Village gegen 11 Uhr bei herrlichem Wetter. Schnell sind meine Sachen gepackt und ich kann starten. Vor mir liegt der Aufstieg zur „Mueller Hut“ auf dem Mount Ollivier (1933 m). Das Dorf liegt im Aoraki / Mount Cook National Park und beide haben ihren Namen vom Höchsten Gipfel der Umgebung und Neuseelands, dem Aoraki bzw. Mount Cook (3724 m), von der Bergsteigerin Freda du Faur erstmal 1910 erklommen. Neben dem Aufstieg zum Mount Ollivier gibt es noch zahlreiche weitere Wanderziele, wie den Tasmanischen Gletscher mit seinem Gletschersee und Gletscherfluss. Ich wandere vom Parkplatz im Dorf ca. eine halbe Stunde bis zum Einstieg in den Berg. Unterwegs werde ich ein Stück von einem Mitarbeiter des Nationalparks begleitet. Denn aktuell werden die Toiletten auf der Hütte gereinigt und ein Helikopter fliegt Fäkalien-Behälter hin und her. Zur Sicherheit müssen Wanderer beim Überflug in Deckung gehen. Ich erreiche den Einstieg und bin überrascht an Stelle eines anspruchsvollem Wanderweges nur eine Treppe vorzufinden, die alle Besucher:innen nach oben führt. Jetzt verstehe ich, warum die Aufstiegszeit zur Hütte, trotz der 1000 Höhenmeter, mit nur 2 – 4 h angegeben wird. Wie eine Lokomotive schnaufe ich zielstrebig den Stufen folgend nach oben. Nach ungefähr einer Stunde erreiche in ein erstes Plateau. Hier gibt es einen kleinen Teich zu bestaunen, welcher zugleich ein beliebtes Fotomotiv darstellt. Die Treppenstufen finden hier ihr Ende und nun beginnt der von mir schon weiter unten erwartete schwierigere Abschnitt. Der Weg besteht nur noch aus losem Steinen, Geröll und vereinzelten Felsen. Während anderer Wanderer sich vorsichtig vorwärts bewegen oder sich sachte auf dem Rückweg vom Gipfel kommend entlang tasten, habe ich meinen Spaß an der Strecke und wühle mich nach oben. Nach einer weiteren Stunde erreiche ich die finale Plattform und zu meiner Überraschung jede Menge Schnee !!! Nun werde auch ich vorsichtiger, denn meine Ausrüstung ist ungenügend für Winterwetter. Der Weg ist teilweise vereist, da der Schnee am Tag auftaut und in der Nach gefriert. Den Trampelfpad anderer Wanderer folgend schlittere ich eine weitere halbe Stunde umher bis ich schließlich die Hütte erreiche.


Der Blick auf die Umgebung ist wunderbar. Es lassen sich neben dem Mount Cook noch zahlreiche andere schneebedeckte Gipfel erkennen. Aber auch der große Gletschersee und das Tal sind gut einzusehen. Hin und Wieder lassen einem knackende Geräusche aufhorchen, denn dann hat sich an der gegenüberliegenden Wand eine Lawine gelöst. Die Hütte ist voll belegt und entsprechend beschäftigt, Menschen kommen an und reisen ab. Sogar ein Zelt wurde im Geröll errichtet, welches die Hütte umgibt. Später tauchen auch die berüchtigten Kia auf und erfreuen sich an dem bunten Spielobjekt, welches da zwischen den Steinen steht. Leider ist die Toilettenreinigung noch im vollen Gang und jede halbe Stunde kommt ein Hubschrauber zur Entleerung angeflogen, entsprechend riecht es auch. Ich setze mich trotzdem auf die Terrasse und genieße die Aussicht. Später ziehe ich mich in die sehr große und komfortabel ausgestattete Hütte zurück, da es merklich kälter wird. Beim Abendbrot unterhalte ich mich zunächst mit zwei jungen Frauen aus Irland. Sie sind Hebammen und da in Neuseeland ein Mangel in dieser Berufsgruppe herrscht, haben sie beschlossen ihren Lebensmittelpunkt hierher zu verlegen. Sie zelten auch draußen, wie sie mir im Laufe des Gespräches mitteilen. Danach spreche ich mit einer Wandergruppe aus Christchurch. Sie haben sich eine Woche frei genommen, um hier in der Gegend Urlaub zu machen. Sie haben viele lustige Anekdoten zu erzählen, beispielsweise über eine Wanderung zu dieser Hütte einige Jahre zuvor. Damals war die Hütte ebenso voll wie heute, draußen war es kalt und alle Leute versammelten sich zum Abend hin in der Hütte ohne geöffnete Fenster oder geöffnete Türen. Was folgte war eine Welle von Brechanfällen sowie Durchfällen in der Nacht, da die Leute eine Kohlenmonoxidvergiftung erlitten. Seitdem wurde die Hütte modernisiert und hat nun eine kontinuierliche Belüftung.


Ich bereite meinen Schlafplatz für die Nacht vor und begebe mich gegen 23 Uhr nochmals nach draußen. Es ist kalt und klar, im Schein meiner Stirnlampe kämpfe ich mich zu einer geeigneten Stelle für Nachtbildaufnahmen. In der folgenden Stunde versuche ich mich an Aufnahmen des Nachthimmels und der Sterne, was mehr schlecht als recht gelingt. Die Milchstraße ist wunderbar deutlich wie sonst selten zu erkennen. Gleichzeitig genieße ich die Stille, nur unterbrochen vom Knacken des Schnees und Lawinenabgängen. Am Morgen stehe ich gegen 6 Uhr auf, um an gleicher Stelle wie in der Nacht zuvor den Sonnenaufgang zu bestaunen. Danach besteige ich den Gipfel des Mount Ollivier, welcher einige Meter über der Plattform mit seiner Hütte liegt. Im Anschluss setze ich mich zum Frühstück in die warme Hütte, welche sich bereits geleert hat. Danach begebe ich mich auf den Abstieg. Unterwegs hole ich die Gruppe aus Christchurch ein und verabschiede mich. Am frühen Nachmittag bin ich wieder am Parkplatz, besichtige das Museum im DOC Visitor Center und buche mich für eine Nacht im YHA Hostel ein. Am folgenden Morgen statte ich dem „Sir Edmund Hillary Museum“ einen Besuch ab und fahre daraufhin weiter nach Wanaka.

  • Little tarn on way to Mueller Hut
  • Mueller Hut
  • Helicopter at Mueller Hut
  • Sunset with view to Aoraki / Mount Cook
  • Nightsky at Mueller Hut
  • Sunrise at Mueller Hut
  • Sunrise at Mueller Hut
  • View from Mount Ollivier
Zusammenfassung Mueller Hut Track
DatumTag 1
Streckenlänge5,3 km
Trackzeit (in Bewegung)2 h
Höhenmeter (Bergauf / Bergab)1066 m / –
Höchster Punkt1815 m
Map Mueller Hut Track
Details Mueller Hut Track

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