As I dropped out one morning...

Mr. P. is occupying Oceania

Cass-Lagoon-Saddles-Track

Der Wetterbericht verkündet drei Tage Regen entlang der gesamten Westküste der Südinsel. Ich fahre daher von Punakaiki zurück nach Westport. Dort buche ich mich für zwei Nächte im YHA Hostel ein. Das Hostel ist ein alte Villa und sowohl faszinierend groß, als auch smart ausgestattet. Viel geht nicht und so verbringe ich etwas Zeit in der Bibliothek und im Kohlemuseum. Die Region hat eine Tradition im Kohlebergbau, welcher der Goldgräberzeit folgte und tatsächlich bis heute andauert. Das Museum berichtet über die Anfänge, die harte Arbeit im und am Berg sowie über das Leben der Familien in der Region. Am Abend gehe ich ins Kino, denn es ist große „Bicycle-Night“. Im Verlauf von zwei Stunden werden ca. 20 Kurzfilme rund um das Thema “Fahrrad” gezeigt. Darunter ein sehr fesselndes Stück über den Neuseeländischen Radfahrer Steve Bate. Dieser ist ein Outdoor-Enthusiast und begeisterter Kletterer. Er wandert daher nach Schottland aus, lässt sich zum Outdoor-Guide ausbilden und hat ein zufriedenes Leben. Doch dann die Hiobsbotschaft. Er ist auf dem Weg sein Augenlicht zu verlieren. Nach dem Schock folgt der Trotz. Er setzt sich Ziele, die er noch erreichen möchte bis er blind wird. Er klettert den „El Capitan“ im Yosemite National Park solo. Darauf kommt er zum Radsport und beginnt für die Paralympics im Bahnradsport zu trainieren. Tatsächlich gewinnt er 2016 in Rio de Janeiro zwei Goldmedaillen sowie eine Bronzemedaille. Im Film folgt ihm ein Kamerateam bei „Rovaniemi150“, einem self-supported Winter-Radrennen durch das finnische Lappland.


Am dritten Tag fahre ich weiter nach Greymouth und halte unterwegs am „Cape Foulwind“ um mir eine Robbenkolonie anzuschauen. Das Wetter bessert sich und so breche ich am folgenden Tag zur nächsten Wanderung auf den „Cass-Lagoon-Saddles-Track“ gelegen im “Craigieburn Forest Park”. Es handelt sich um eine 2-tages Wanderung bei der zwei Sättel durchlaufen werden müssen. Leider ist auch diese Strecke keine komplette Rundschleife und ich bin erneut auf Anhalter angewiesen. Ich erreiche den Parkplatz an der West Coast Road am Mittag. Schnell packe ich meine Sachen zusammen. Langsam finde ich meinen Rhythmus und kenne meine notwendige Ausrüstung, sodass ich nach einer halben Stunde bereit zum Aufbruch bin. Nach kurzer Zeit entlang offener Landschaft erreiche ich ein Flussbett. Auch bei dieser Wanderung gibt es Flussquerungen. Diesmal behalte von Beginn an die Schuhe an 🙂 und folge dem Fluss über ungefähr zwei Stunden mit mehreren Querungen. Unterwegs erblicke ich zwei wilde Bergziegen. Sehr erfreut zücke ich meine Kamera, montiere mein Teleobjektiv und pirsche mich vorsichtig heran. Ich fotografiere, rücke näher heran, knipse weiter. Komisch ? Sollten die Viecher nicht ängstlich werden und abhauen ? In geschätzter Distanz von 20 m erkenne ich dann Markierungen am Fell. So viel zum Thema weite und wilde abgelegene Gegend. Ich steige aus dem Flussbett und folge einem steilen Anstieg durch den Wald. Meter um Meter geht es hinauf zum Cass-Saddle auf 1346 m. Kurz zuvor übersteige ich die Baumgrenze und passiere die Cass-Saddle-Hut. Danach geht es hinab auf 800 m zu meinem Tagesziel, der Hamilton Hut. Ich erreiche sie gegen 17 Uhr und werde von einer anderen Wandergruppe sowie einer einzelnen Wanderin empfangen. Nachdem ich mir mein Bett für die Nacht vorbereitet habe, unterhalte ich mich mit letzterer beim Abendbrot. Sie heißt Sally und kommt aus Großbritannien, lebt aber schon seit einigen Jahren in Neuseeland. Sie arbeitet als Yoga-Lehrerin in Glenorchy nahe Queenstown. Seit Dezember letzten Jahres gönnt sie sich eine Auszeit und wandert den „Te Araroa“ (den Wanderweg quer durch Neuseeland).


Am nächsten Morgen ziehe ich gegen 9 Uhr weiter. Nach wenigen Metern erreiche ich den “Harper River”. Ich folge und quere ihn dabei mehrmals. Das Flussbett ist tief und überall befindet sich Geröll. Ich schätze im Winter und Frühjahr wird der Fluss bei viel Niederschlag oder Tauwetter gigantisch ansteigen. Schließlich erreiche ich den Ausstieg und folge dem Weg, der mich zum Lagoon Saddle führt. Ich halte für eine Mittagspause an der Lagoon Saddle Hut. Merkwürdig ? Im Reiseführer wird sie als sehr groß und komfortabel beschrieben. Bei meiner Ankunft finde ich aber nur eine kleine Hütte vor. Who knows ? Ich setzte mich kurz hinein und esse etwas. Nach 20 min geht es weiter. Beim Verlassen erblicke ich ein Schild, welches mich daraufhin weist, dass die Lagoon Saddle Hut nur 200 m entfernt liegt. Ich stelle fest, dass die kleine Hütte nur ein Shelter (Wetterschutz) ist. Ich folge dem Weg weiter kann aber die Lagoon Hut nicht sehen. Sie scheint ziemlich versteckt zu sein. Egal. Ich passiere den Sattel (ca. 1250 m), rechts ragt der Mount Bruce (1630 m) empor. Danach geht es bereits wieder bergab mit schönen Aussichten auf die Umgebung. Nach einiger Zeit erreiche ich schließlich die Bealy Hut, welche sich nur 200 m vom Parkplatz am Ende des Tracks befindet.. Nun folgt der schwierige Teil. Ich lasse mein Gepäck an der Hütte zurück, laufe zur West Coast Road und hoffe auf einen Anhalter. Leider auch heute vergebens. So laufe ich die Straße für beinahe 10 km bis doch noch jemand anhält und mich die letzten 2 km mitnimmt. Schnell den grünen Panther geschnappt, fahre ich zurück zur Hütte. Nach kurzer Überlegung beschließe ich die Nacht in der Hütte zu verbringen. Schließlich habe ich den Hüttenpass und spare mir damit eine Nacht auf dem Zeltplatz. Nach dem Abendbrot lege ich mich zum Schlafen hin und bin erfreut, die Hütte für mich allein zu haben. Aber falsch gedacht. Noch nie habe ich eine Nacht ungestört in einer Hütte verbracht. So auch heute. Nach vielleicht 20 min kommt noch ein Wanderer des Weges. Sogar Abendbrot muss er noch zubereiten und rasselt, zwar entschuldigend, mit seinem Kochgeschirr herum. Am nächsten Morgen unterhalte ich mich beim Frühstück mit ihm. Er nennt sich Rick, kommt von den Philippinen, lebt aber mittlerweile hier. Er macht ebenfalls Urlaub und hatte die gleich Idee wie ich. Da die Hütte unweit vom Parkplatz liegt entschied er sich ebenfalls für diese kostengünstige Alternative. Nach dem Frühstück breche ich zum nächsten Ziel, einer Tagestour im „Arthurs Pass Village“ auf.

Zusammenfassung Cass-Lagoon-Saddles-Track
DatumTag 1Tag 2
Streckenlänge18,1 km31 km
Trackzeit (in Bewegung)4:53 h6:50 h
Höhenmeter940 m (Bergauf) / 740 m (Bergab)1195 m (Bergauf) / 1428 m (Bergab)
Höchster Punkt1346 m
mountain goats
Doch keine wilden Bergziegen !
View Cass-Saddle
Blick vom Cass-Saddle
summary data Cass-Lagoon-Saddles-Track day 1
Cass-Lagoon-Saddles-Track: Tag 1
summary data Cass-Lagoon-Saddles-Track day 2
Cass-Lagoon-Saddles-Track: Tag 2

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